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Ausbildung bis 18: Gesetz, Pflichten und Wirkung verständlich erklärt
Seit 2017 gilt in Österreich die Ausbildungspflicht bis zum 18. Geburtstag. Wer ist betroffen, was müssen Eltern tun und welche Wirkung erzielt die Initiative? Dieser Überblick beantwortet die wichtigsten Fragen kompakt und verständlich.
Was die Ausbildungspflicht bis 18 vorschreibt
Die Ausbildungspflicht („AusBildung bis 18“) verpflichtet alle Jugendlichen in Österreich, nach der allgemeinen Schulpflicht eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung zu absolvieren – bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Sie ist im Ausbildungspflichtgesetz (APflG) geregelt und trat im Schuljahr 2017/2018 in Kraft.
Erfüllt wird die Pflicht zum Beispiel durch den Besuch einer weiterführenden Schule, eine Lehre – auch mit verlängerter Lehrzeit – oder eine Teilqualifikation. Auch durch vorbereitende Angebote wie AusbildungsFit oder Kurse zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses kann die Ausbildungspflicht erfüllt werden.
Welche Pflichten Eltern und Erziehungsberechtigte haben
Eltern bzw. Erziehungsberechtigte sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder die Ausbildungspflicht erfüllen. Sie müssen sich aktiv um eine passende Ausbildung kümmern und mit den zuständigen Stellen kooperieren, wenn ein:e Jugendliche:r ohne Ausbildung ist.
Wird die Pflicht ohne triftigen Grund nicht erfüllt, kann nach mehrstufiger Beratung eine Verwaltungsstrafe von 100 bis 1.000 Euro verhängt werden. Wichtiger Hinweis: Die Strafe ist immer die letzte Stufe – davor steht ein umfangreiches Beratungs- und Unterstützungsangebot.
Beratung, Meldewege und Anlaufstellen
Beendet ein:e Jugendliche:r eine Ausbildung oder bleibt nach der Pflichtschule ohne Anschluss, melden Schulen oder Betriebe dies an die Koordinierungsstelle (KOST) im jeweiligen Bundesland. Die KOST kontaktiert die Familie und stellt die Verbindung zu Beratungsangeboten her – allen voran zum Jugendcoaching.
Im Mittelpunkt steht keine Verfolgung, sondern eine Lotsenfunktion: gemeinsam wird geprüft, welche Ausbildung tatsächlich passt – sei es schulisch, betrieblich oder über ein Übergangsangebot.
Welche Wirkung die Initiative entfaltet
Studien zeigen, dass jeder Euro, der in die Ausbildung Jugendlicher investiert wird, sich langfristig mehrfach auszahlt – durch höhere Beschäftigungsquoten, geringere Arbeitslosigkeit und ein höheres Lebenseinkommen. Die Initiative wurde 2020 für den international beachteten Zero Project Award nominiert.
Auch Arbeitsmarkt und Betriebe profitieren: Die Ausbildungspflicht trägt dazu bei, dass möglichst viele Jugendliche eine weiterführende Ausbildung absolvieren und damit gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben erwerben.