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Mein Kind will keine Ausbildung machen – ein Wegweiser für Eltern

Wenn Ihr Kind weder weiß noch entscheiden will, wie es nach der Schule weitergehen soll, ist das emotional belastend. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Gespräche helfen, welche Anlaufstellen unterstützen und was Sie selbst tun können – ohne Druck, aber mit Plan.

Erst verstehen, dann handeln

Wenn Jugendliche ablehnen, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, steckt selten Faulheit dahinter. Häufiger sind es Überforderung, Unsicherheit, fehlende Vorbilder, Ängste oder die schlichte Tatsache, dass die bekannten Optionen nicht passen. Bevor Sie aktiv werden, lohnt sich ein ruhiges Gespräch – mit dem Ziel zu verstehen, nicht zu überzeugen.

Fragen wie „Was würde dir gerade Spaß machen, wenn du nichts beweisen müsstest?“ oder „Was nervt dich am meisten an der jetzigen Situation?“ öffnen oft mehr als ein Ausbildungs-Vortrag.

Was Sie als Elternteil rechtlich wissen müssen

In Österreich gilt die Ausbildungspflicht bis 18. Eltern sind verpflichtet, ihr Kind dabei zu unterstützen, eine Ausbildung zu beginnen oder fortzusetzen. Wer aktiv mit der Koordinierungsstelle (KOST) und dem Jugendcoaching kooperiert, hat keine Sanktionen zu befürchten – Strafen drohen nur, wenn jede Form der Unterstützung verweigert wird.

Sie müssen also nicht selbst die perfekte Ausbildung finden – Sie müssen aber dafür sorgen, dass professionelle Hilfe ins Spiel kommt.

Konkrete Schritte, die jetzt sinnvoll sind

  • Vereinbaren Sie einen Termin beim Jugendcoaching – kostenlos, vertraulich, ohne Verpflichtung.
  • Kontaktieren Sie die Koordinierungsstelle Ihres Bundeslandes (KOST) für eine Erstberatung.
  • Lassen Sie Ihr Kind Selbsttests machen (Berufswahltests, Stärken-Schwächen-Analysen).
  • Besuchen Sie gemeinsam eine Berufs- oder Bildungsmesse oder eine Schnupperlehre.
  • Klären Sie gesundheitliche oder psychische Belastungen ab – Schulpsychologie oder Hausärzt:in.

Was hilft – und was eher nicht

Was wirkt: Geduld, regelmäßige Gespräche ohne Vorwürfe, kleine Etappenziele, ehrliche Wertschätzung für jeden Schritt nach vorne, und das Eingeständnis, dass auch Sie nicht alle Antworten haben.

Was selten wirkt: Drohungen, finanzieller Druck, Vergleiche mit anderen Kindern, Ultimaten. Diese erhöhen den Widerstand und blockieren die Beratungswilligkeit – am Ende leidet die Beziehung mehr als die Berufslaufbahn.

Antworten auf Die häufigsten Fragen finden sie hier:

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